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„Bei der Premiere war die Hölle los! Ein Theaterfest“
( In Schtyl )

„Wer diesen Theaterabend verpaßt, ist selber schuld“
(Golo)

„Das ist harter Stoff! Sehenswert!“
( Theater Leute)

„Schauspielkunst vom feinsten! Ein hoch amüsanter Abend“
(Theater befreit)

„ Modern, absurd, brillant! Ein unvergessenes Theatervergnügen“
(Theater, Theater, Theater)

„Der Wahnsinn unserer Zeit auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Ein Muß für jeden Theaterfan und nicht Theaterfan.“
( Theater Meute)

„Wer Pulp Fiction mag, der steht auf diesen Theatertrash. Drogen, Blut, Pistolen…“
( Theater Total)

„Das Tschechow diesen Theaterabend nicht mehr erleben konnte, ist ein Drama.“
( Altes Theater )


High High High

Coco de Veuve ist eine überspannte Charity-Lady à la Ute Ohoven und steckt mitten in den Vorbereitungen für die Charity-Gala ihres Lebens. Alles soll perfekt sein: Kaviar und Champagner satt, niedliche kleine Negerkinder präsentieren die aktuellen Frühlingstrends, und die Klänge afrikanischer Trommler sollen die elitären Gäste in eine ihnen unbekannte prähistorische Wildnis entführen. Auf der Gästeliste tummelt sich von der A- bis zur C-Prominenz alles, was Rang und Namen hat. Doch als Coco sich dann endlich mit ihrer besten Freundin Bobby Mensel auf den Weg zur Gala macht, geht plötzlich alles schief und das durchgedrehte Damenduo gelangt erst gar nicht bis zur Party. Regisseur Robert Glatzeder hat sich in seiner zynischen Persiflage auf den oberflächlichen Charityrummel gelangweilter Promis am tiefschwarzen Humor und den unvorhersehbaren Slapstick-Einlagen englischer Sitcoms wie "Absolutely fabulous" orientiert. Herausgekommen ist dabei ein unterhaltsam-hysterisches Trashtheater mit gesellschaftskritischer Message.

http://berlin.prinz.de/kultur/kulturplaner/354859,1-447855,Event,High-High-High.html


Letzter Ausweg Schusswaffe

Wie der Vater so der Sohn: Robert Glatzeder liebt das Schauspiel genauso wie sein Vater Winfired auch. Vor der Kamera stehen reicht im nicht mehr, jetzt führt er Regie. Sein Debüt "High, high, high" ist bitterböse.
von Liva Haensel

BERLIN - Es soll eine Charity-Veranstaltung werden: Kleine schwarze Kinder sollen bei einer Modenschau laufen, um die Big Spender zu animieren. Man will Kohle sehen, denn darum dreht sich die Welt. Doch nur weil es einigen Leuten rund um den Erdball nicht so gut geht, muss man selbst nicht auf alles verzichten, oder? Die beiden Veranstalterinnen, die High- Society-Ladys Coco de Veuve und Bobby Mensel, wissen genau, was ihnen guttut: Eine riesige Sektflasche thront auf dem Goldtischchen, Kokain ist immer in Reichweite und Tabletten zur besseren Laune und zum Abnehmen auch. Doch in der Reich-und-schön-Fassade gibt es gewaltige Risse: Die Freundinnen keifen sich an, beschuldigen sich gegenseitig, geifern und japsen. Nur gut, dass Bobby eine Schusswaffe besitzt. Szenenwechsel: Robert Glatzeder, 37, läuft geschäftig in der ehemaligen BVG-Kantine in den Weddinger Uferhallen umher und sucht einen Scheinwerfer. Da – gefunden. Jetzt kann fast nichts mehr schiefgehen. Die Premiere des bitterbösen Stücks „High, High, High“ ist auch sein persönliches Debüt als Regisseur. Der Sohn des Schauspielers Winfried Glatzeder hat 1998 sein Diplom an der Filmhochschule Konrad Wolf in Potsdam gemacht, nachdem er sich vorher noch ein bisschen in Philosophie und BWL ausprobiert hatte. „Ich habe schon während der Schulzeit Theater gemacht“, sagt der Mann mit dem kantigen Gesicht und den schulterlangen Haaren. Glatzeder sieht den berühmten Vater nicht als Schatten, sondern als Ratgeber, sagt er.

"Traumhafte Kindheit"

In Pankow aufgewachsen, siedelte er mit seinen Eltern und dem drei Jahre jüngeren Bruder 1982 nach West-Berlin über, nachdem er eine „traumhafte Kindheit beim Amalienpark und in Rosenthal“ verlebt hatte. Im Westen angekommen, war diese dann erst mal vorbei – ein Auffangheim war das neue Zuhause für Robert und seine Familie. „Die Zeit war nicht besonders schön dort“, sagt Robert Glatzeder und guckt prüfend seine Videokamera an, mit der er gleich das Theaterstück aufnehmen wird. Seit Jahren spielt er Rollen in Fernsehproduktionen, dreht selbst Musikvideos und tobt sich kreativ aus. Seine Rolle als Bruder Thomasius bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen im vergangenen Sommer hat ihm sehr gefallen: „Ein Mönch, der nicht nur redet, sondern echt was tut, das war klasse“, sagt Glatzeder. Die Idee zu „High, High, High“ kam ihm, weil andere Drehbücher einfach nicht taugten. „Wir wollten etwas Lustiges, etwas, an dem die Leute Spaß haben.“ Mit „wir“ meint er Konstantin Achmed Bürger und Kirsten Hildisch, die im Stück die Society-Ladys spielen und die er noch aus Studienzeiten kennt. Über die beiden kann der Regisseur auch nach zwei Monaten Probenzeit noch lachen. „Ich freue mich immer wieder über die Gags“, sagt er. Sein Theaterstück an der Uferstraße in den urigen Werkhallen handelt von der „Absurdität von Reich und Arm“, sagt der Künstler, der seit Jahren in Friedenau lebt und von sich selbst sagt, dass er sich freut, weil er einigermaßen von der Schauspielerei leben kann. Die Zuschauer klatschen am Ende begeistert, stoßen an, beglückwünschen den Newcomer. Ein Glas Sekt gefällig? Aber gerne doch! Liva Haensel

Die nächsten Aufführungen sind am Freitag und Sonnabend. Tickets und Infos unter www.high-high-high.de.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.03.2008)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Film-Robert-Glatzeder;art125,2499353

 

„Wer hat denn die Ferres reingelassen?"
Robert Glatzeder bringt Promi-Party auf die Bühne
von andreas kurtz


Die Gäste dieser Theater- premie­re wurden über einen Intelli­genztest vorsortiert. Ursprünglich war zu „High High High", dem gars­tig amüsanten Stück von Robert Glatzeder über die sogenannte High Society und ihre Benefizgala-Kultur, in die Badstraße 41a in Wed­ding eingeladen. Wer am Wochen­ende (die ersten Vorstellungen lie­fen am Freitag und Sonnabend) die­se Adresse fand - was nicht einfach war, weil sich zwar die Hausnum­mern 40, 40a und 41 auf einer Stra­ßenseite befinden, die 41a aber auf der anderen - war dort noch nicht am Ziel. Sondern entdeckte bloß ein Schild, das auf die geänderte Spiel­stätte, 300 Meter entfernt in der Uferstraße 8-10 verwies. Dort, auf einem alten BVG-Gelände, pustete ein Gebläse bis kurz vor Vorstel­lungsbeginn warme Luft in den im­provisierten Theaterraum. Weil die­ses Gebläse aber während des Stü­ckes zu sehr stören würde, wurde es vor dem Auftritt von Kirsten Hildisch und Konstantin Achmed Bürger abgestellt. Kleine Warnung von Regisseur, Buchautor, Licht-, Tontechniker und Maler (nach jeder Vorstellung ist ein Blutfleck an der Wand zu übertünchen) Robert Glat­zeder an die Zuschauer: „Jetzt wird es gleich kalt!" Es wurde wirklich kalt, das störte aber gar nicht, weil man gut damit beschäftigt war, sich zu amüsieren. Über Coco und Bobby, die sich in einem Nebenraum auf eine wichtige Promi-Benefiz-Party vorbereiten. Nebenan treffen Boris Becker und Götz George, Jette Joop und Veronica Ferres ein („Sag mal, wer hat denn die Ferres reinge­lassen? Schmeiß die sofort raus!"). Robert Glatzeder, Sohn von Win­fried Glatzeder („Die Legende von Paul und Paula"), findet Promi-Partys mit wohltätigem Anspruch häu­fig seltsam: „Wenn man da Champagner schlürft für die Sterbenden in Darfur, dann ist das doch oft sehr makaber!"

Die nächsten Vorstel­lungen gibt es am 28. und 29. März, weitere sechs sind für April geplant. Tickets für 10 Euro (ermäßigt 6) lassen sich auf der Internetseite www.high-high-high.de bestellen.

(Berliner Zeitung vom 17.März 08)
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlinberlin/733787.html?fromrss